Kulturplakatpreis 2017

Stefan Zweig, Lulu ,Gesualdo und erstmals: Disposed
Die Salzburger Kulturplakatpreise 2017: Irritation, Präzision, Witz

Bestes Großformat ist das Sujet zur sensationellen Lulu-Aufführung, sowie das Plakat zu Peter Breuers und Maren Zimmermanns Ballett Gesualdo im Landestheater selbst. Erstmals: Disposed für die beste Serien-CD und dem Sujet „KABI’NET“. Ein voller Erfolg für Mut und Kreativität.

Das Stefan Zweig Centre mit seiner Gedenkausstellung zu dem großen Schriftsteller und tragischen Genie Stefan Zweig ist Kulturplakatpreisträger des Jahres 2017. Mit einem beeindruckenden Porträtplakat.


Im elften Jahr setzt der Kulturplakatpreis neue Akzente: Wiederkehr der klassischen grafischen Plakatgestaltung: Kargheit, Verknappung, Reduktion auf die Expression. So urteilte die Jury aus bekanntem Kulturakteure und unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Siegbert Stronegger.

Der Kulturplakatpreis 2017: Stefan Zweig – Welt von gestern.
Ein überwältigendes Portrait. Stechende Augen, Stefan Zweig hat sich vor 75 Jahren in Südamerika das Leben genommen. Von 1919 bis 1933 hat er in Salzburg gelebt. Das Stefan Zweig Centre hat seinen Tod und seine Anwesenheit in Salzburg aufgearbeitet – und ist ein beeindruckendes lebendiges Forum. Das einzige im deutschen Sprachraum.


Eva Möseneder für die Jury: „Klar strukturiert, sowohl in seiner bildnerischen als auch seiner typografischen Gestaltung, überzeugt diese gelungene Plakatgestaltung. Sparsam werden farbige Akzente gesetzt, nur der Name des Dichters bzw. des Veranstalters werden in intensiven Pink gesetzt. Durch das Anschneiden des Namenszuges von Stefan Zweig wird unmittelbare Nähe zum Betrachter suggeriert. Durch diesen gestalterischen Kunstgriff wird einem der Dichter im wahrsten Sinn des Wortes ‚nähergebracht‘.“

 



1. Platz: Stefan Zweig Centre Salzburg
Sujet: „Stefan Zweig, 75. Todestag“
Grafik-Design: Carola Wilkens, Berlin

Der zweite Preis geht an den Salzburger Kulturverein und das Sujet „A Painter’s Doubt“. Das Sujet ist selbst Zweifel. Eine monochrome Fläche und der Titel. Kein Maler ist da.

Die Jury: „Gerade diese poetische Stille und Ruhe zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich, die Typografie nimmt darauf Rücksicht und überlässt der zartgliedrigen Struktur den zentralen Mittelraum.“



2. Platz: Salzburger Kunstverein
Sujet „A Painter’s Doubt“
Grafik-Design: Simon Walterer

Den dritten Platz erhält das Kleine Theater Haus der Freien Szene für „Billi Jean“. Eine zeichnerische Lösung, wie mit der Hand geschrieben. „Billi Jean is ned mei Bua“ ist der Titel des Liederabends mit Stefan Leonhardsberger und Martin Schmid.

Das Urteil der Jury: „Besonders gelungen ist hierbei, dass sich der Künstler Florian Nörl unterschiedlichster Handschriften bedient, und sie bewusst so vielfältig wie möglich einsetzt. Sogar der Veranstalter fügt sich selbst und den Veranstaltungsort handschriftlich direkt ein, und trägt dadurch zu dem freien und lockeren Gesamtbild bei“


3. Platz: Kleines Theater Haus der Freien Szene
Sujet „Billi Jean“
Grafik-Design: Florian Nörl (MN Management)

Lulu und Gesualdo-Sonderpreis für das beste Großformat
Lulu, die Männerverschlingende und Gesualdo, der geniale Fürst und Komponist. Einmal Schauspiel in neuer Interpretation und gewagter Szenerie, einmal ein Ballett, das international für Aufsehen sorgte – eine Großtat. Die Plakate: Karge Fotos, die jeweils eine gemeinsame Botschaft transportieren: Macht und Unterdrückung zwischen Mann und Frau.

„Das Salzburger Landestheater setzt bei seinen Plakatgestaltungen auf das Bild der Schauspieler/innen selbst, signifikante Szenen und Konstellationen der Produktionen werden fotografisch inszeniert und in einem klar definierten typografische Rahmen  präsentiert und sollen dadurch Lust zum Besuch des Landestheaters wecken.“, so die Jury.



1. Platz für das beste Großformat: Landestheater Salzburg
Sujet: „Gesualdo Oktober 2016 / Lulu März 2017“
Grafik-Design: Landestheater Salzburg

Die beste Serie
Der Verein Disposed hat mit „Kabi’net“ eine spannende digitale, geometrische und dennnoch archaische Struktur erstellt. Nana S. Fiedler und Kilian Bochnig spielen mit unterschiedlichen Perspektiven und Irrperspektiven.
„Gekonnt wird in dieser Plakatserie das Hauptanliegen des Vereins „disposed“, die Schaffung von Frei -Räumen, sinnbildlich in Szene gesetzt.“, so das Urteil der Jury.#


1. Preis Beste Serie CD: Verein Disposed
Sujet „Kabi’net“
Grafik-Design: Nana S. Fiedler und Kilian Bochnig

Fazit
Drei scheinbar reduktive Konzepte des Sujets, klar und dennoch irritierend in der Umsetzung. Plakativ im besten Sinne des Wortes. Aufreger und Anreger.

„Es ist spannend zu sehen, dass es wieder ein Zurück zur Einfachheit gibt. Weg von der Knalligkeit hin zu einer expressiven und kargen Umsetzung. Foto, Schrift, Zeichnung oder Grafik und großzügiger Flächenausbau.“, so die Leiterin der Kulturabteilung Salzburg, Ingrid Tröger-Gordon.

Für Fred Kendlbacher, Geschäftsführer der Progress Werbung, ist der Kulturpreis aus „mehreren Momenten“ wichtig. Einerseits ist er ein Spiegel der Kreativität, anderseits ein Seismograph für kommende Entwicklungen. Drittens ein Dankeschön der Progress Werbung an die Kunst und Kultur, die wesentlich zur Identitätsstiftung im Lande beiträgt.“

Die Überreichung findet am 28.09.2017 traditionell im Landesstudio Salzburg des ORF statt. ORF Landesdirektor  Christoph Takacs:“Wir unterstützen diese Initiative als öffentlich-rechtliches Medium. Unsere Aufgabe ist, Kultur möglichst breit zu fördern. Dieser Preis ist ein wesentliches Projekt.“

Der Kulturpreis der Progress Werbung besteht aus zwei Komponenten: Geldpreis (3000, 2000, 1000 Euro für den ersten, zweiten und dritten) sowie Sachpreis in Form von Freiflächen für Plakatierung für das jeweils kommende Jahr (300 für den Ersten, 200 für den Zweiten und 100 für den Dritten) – eine Aufforderung auch in Zukunft wieder auf Out of Home zu setzen.

Massiv unterstützt wird die Initiative der Progress Werbung durch Land und Stadt Salzburg und dem ORF, der auch Gastgeber und Promotor ist.

„Der Salzburger Kulturplakatpreis hat bereits Tradition. Er ist nicht nur eine Auszeichnung für Werbelinien, sondern wurde auch zu einem weiteren Medium für Künstlerinnen und Künstler. Das Plakat ist Kunst auf einer kleinen Fläche, aber mit großer Wirkung. Es kann für Vorbeigehende zu einem Moment des Kunsterlebnisses werden und gestaltet den öffentlichen Raum mit. Ich freue mich daher, dass der Kulturplakatpreis schon zum 11. Mal verliehen wird und bin gespannt auf viele überraschende Seherlebnisse an Litfaßsäulen in Salzburg“, resümiert Kulturlandesrat Heinrich Schellhorn.

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