Werbewachstum 2015 und 2016 volatil

Gemäßigtes Wachstum im Westen, starke Impulse im Fernen Osten, Einbruch in Lateinamerika. Plus in den USA

Das sind die wesentlichen Erkenntnisse des Forecasts von Zenith Optimedia, einer der wesentlichen medialen Research-Agenturen weltweit, für das Jahr 2015 bis 2017. Im Vergleich zu den Prognosen zu Beginn des Jahres musste Zenith Optimedia eine Dämpfung mit einkalkulieren.

Bedingt durch die Krisen in Europa (Ukraine, Griechenland, etc.), die nach wie vor schwache Nachfrage aus China und weiteren fernöstlichen Staaten und dem Einbruch des lateinamerikanischen Wachstums sinken auch die Werbespendings. Das sollte sich 2016 nicht deutlich ändern, erst ab 2017.

Für Osteuropa und Zentralasien sagt Zenith Optimedia deshalb ein deutliches Minus von 8,5% bevor. Betroffen sind davon vor allem Russland, die Ukraine sowie weitere Satellitenstaaten Russlands, und die Türkei. (Die Türkei wird ebenfalls zu Osteuropa und Zentralasien hinzu gezählt.)

Die zweite Region, deren Werbespendings zurückgenommen werden mussten, ist Lateinamerika, das ursprünglich ein zweistelliges Wachstum prophezeit hatte, nunmehr bei 8,2% verharrt. Auch die sogenannten „Advanced Asia“-Staaten wie China und Indien mussten leicht zurückgenommen werden, die Prognosen sprechen nunmehr von einem Plus von 3,5%.

Hingegen entwickelt sich Nordamerika besser als gedacht, ein Plus von 3,6%. Japan bleibt bei einem bescheidenen Plus (Japan wird als eigener Wirtschaftsraum solitär betrachtet) von 2,5%.

Für West- und Zentraleuropa wird ein mäßiges Wachstum von 3,1% vorausgesagt, allerdings mit Vorsicht, da viele Werbemärkte – wie etwa in Italien (-29%), Irland (-41%), Portugal (-43%) sowie Spanien (-47%) und Griechenland (-62%) – in den Jahren zwischen 2007, dem Beginn der Finanzkrise, und 2013 eingebrochen sind. Die Scheinerholung 2014 dürfte sich 2015 wieder relativieren, insbesondere auch in produktiven Staaten wie Deutschland. Das Niveau des Jahres 2007 wird aber in Europa schon lange nicht mehr erreicht.

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