Bierkrieg am Broadway

Warsteiner bringt Beck's mit Out of Home Kampagne in Verlegenheit

Nachdem Beck’s in den USA Ärger mit nicht-so-richtig-deutschem Bier hatte – beziehungsweise in den USA gebrautes Bier als deutsches ausgab, und dies kürzlich eingestand und einem außergerichtlichen Vergleich mit Verbrauchern zustimmte – nutzte Konkurrent Warsteiner die Steilvorlage für eine Kampagne auf großen Billboards.

Möglicherweise wird Beck’s – die Marke gehört zum Brauerei-Riesen AnheuserBusch-InBev – künftig mit dem Spirit of St. Louis werben. Denn in diesem Jahr musste die Marke in den USA eine Schlappe hinnehmen: Seit 2012 füllt man das für den US-Markt bestimmte Bier in St. Louis ab. Man warb allerdings weiter mit Deutschland, respektive Bremen als Ursprungsort.

In einem außergerichtlichen Vergleich hat der Konzern allen US-Verbrauchern (gegen Vorlage eines Kassenbons) jeweils 10 US-Cent Entschädigung pro Flasche, respektive insgesamt bis zu 50 US-Dollar pro Konsument, versprochen. Dafür konnte man der gerichtlichen Aufarbeitung einer entsprechenden Sammelklage entgehen.

Dafür gibt es einen kleinen Triumph bei den Sauerländern von der Brauerei Warsteiner: Die nutzten die Schwäche des deutlich größeren Konkurrenten für einen kommunikativen Seitenhieb.

Auf drei großen LED Boards in Broadway-Nähe nutzte Warsteiner die Peinlichkeit von Beck’s, um seinen Kunden den eigenen Premiumanspruch mit einem flotten Spruch nahe zu bringen: „Warsteiner. Premium German beer from, you know, Germany. Do it right.“

Ausgedacht hat sich die Kampagne die Anarcho-Agentur Amsterdam Worldwide, die für die Kreation diverser internationaler Warsteiner verantwortlich ist. Um die Schmach für den Konkurrenten besonders groß zu machen, startete man die Kampagne am in den USA symbolträchtigen 4. Juli 2015. Seit 1753 gibt es Warsteiner. Und auch nach mehr als 260 – zuletzt durchaus auch ökonomisch wechselhaften – Jahren handelt es sich immer noch um ein Familienunternehmen.

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